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Und nun? Nun muss ich sie stehen lassen. Ausgesprochen schwierig ist das, mir blutet das Herz, hier im Wald muss ich euch lassen, so ganz alleine. Puh, die Vernunft siegt, endlich reiße ich mich von ihrem Anblick los und gehe zum Parkplatz zurück.
Wohin fahre ich jetzt? Weiter nach Norden, wo die Morchelplätze tiefer liegen! Zwölf Kilometer weiter: Ich betrete den Eschenhain genau an der Stelle, an der die Morchel steht.
Das ist super, also auch hier wachsen sie. Vorsichtig schleiche um sie herum, aber ich kann keine zweite entdecken. Ich dehne meinen Spaziergang noch aus, um andere Eschenecken leider erfolglos zu überprüfen. Das kann doch nicht sein, eine! Ich kehre zu ihr zurück und siehe da, noch eine. Schätze ich habe beim Fotografieren fast die Kamera draufgestellt. Meine Fahrt geht weiter in das große Waldgebiet östlich von Kaufbeuren. Hier kenne ich viele Morchelstellen. Aber die Gegend liegt auf 800 Meter Höhe und noch höher hier rechne ich mir keinen Erfolg aus, aber hinschauen muss ich trotzdem. Stellenweise liegt noch Schnee. Das pflanzliche Wachstum ist recht mickerig. Nur zarte Blässe, feinste Grashalme, Brennesselchen, Pestwurzblättchen spitzen aus dem Boden, Moose haben ein helles Grün aufgesteckt. Ein besonders frühes Plätzchen suche ich auf, das Wassereck, hier haben wir schon oft die erste Morchel entdeckt, aber nicht heute. Ich weiss allerdings, dass ich auf diesen Waldwegen Konkurrenz habe, also darf ich nicht denken, dass bisher noch nichts gewachsen ist. Ob diese Leute allerdings auch so früh unterwegs sind, dessen bin ich mir nicht sicher. Einen recht schattigen Waldweg nehme ich noch unter die Lupe und die könnte ich wirklich gebrauchen. Die kühlste Stelle unter Fichtenzweigen lässt mich eine Morchel entdecken. Sehr lange muss ich hinsehen, dann entdecke ich noch zwei, die ganz ins Moos geduckt sind. Welch Freude, noch ein Plätzchen, also scheint es sich überall zu regen. Diese drei Pilze decke ich ab um sie anderen Morchelsucherblicken zu entziehen.
Alle Pilzchen durften zum Wachsen im Wald bleiben. Ich wünsche mir einen warmen Frühjahrsregen.
Denkste, bitterkalt ist es geworden mit empfindlichen Nachtfrösten. Was wird aus den Morchelchen werden? Erfrieren, vertrocknen oder doch weiter wachsen? Freitag komme ich wieder!
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